New Zealand (5/5)

Tiritiri Matangi Island

Nach drei Wochen wiedermal alleine in einem Zimmer aufzuwachen ist irgendwie ungewohnt. Heute steht der Besuch von Tiritiri Matanga an. Dabei handelt es sich um eine Insel in der Nähe von Auckland, wo versucht wird, ein mehr oder weniger geschlossenes Ökosysten aufzubauen und aufrechtzuerhalten und die Populationej von vom aussterben bedrohten einheimische Vogelarten wieder zu erhöhen. Die Bootsfahrt ab Auckland dauert ungefähr eine Stunde und muss vorgängig reserviert werden. Sue war Anfang Woche so nett und hat für mich die Reservation gemacht.

Punkt 8:30 Uhr stand ich am Pier 4, von wo aus die Überfahrt eine halbe Stunde später starten sollte. Nach einem kurzen "Check-In" hiess es dann also warten. Da die Einfuhr von Ungeziefer, Krankheitserreger und anderen Schädlingen eine Gefahr für die Insel darstellt, wird man vor und während dem Einsteigen mehrfach darauf hingewiesen, dass man saubere Schuhe tragen muss und alle Ruckäcke und Taschen verschliessbar sein müssen. Rückstände von Erde und Pflanzen and den Schuhsohlen sind zum Beispiel sehr gefährlich. In den letzten 40 Jahren wurde eine enorme Anstrengung unternommen, Ratten und andere Raubtiere auf der Insel auszurotten, da diese eine unmittelbare Gefahr für die furchtlosen und unscheuen Vogelarten darstellen.

Das Boot ist ziemlich voll. während der Überfahrt habe ich schon die Befürchtung, dass es auf der Insel dann wohl nichts wird mit in Ruhe die Vögel zu hören und zu beobachten, ohne ständig das Geplapper der Leute im Ohr zu haben. Die Befürchtungen waren allerdings umsonst. Auf der Insel angekommen, wurden diejenigen, welche eine Führung für den Morgen gebucht hatten (dazu gehörte auch ich), in kleine Gruppen aufgeteilt und in verschiedene Richtungen geschickt. Das war sehr angenehm und John, unser Führer, hatte sehr viele interessante Informationen für uns. Schon bald waren wir in der Lage, die Vögel anhand ihrer Laute zu unterscheiden und benennen.

Anfangs war es noch recht still im Wald. Uns wurde gesagt, dass dies am Wetter liege; in der verganenen Nacht hatte es stark geregnet und am Morgen war es noch leicht bewölkt. Sobald aber die Sonne sich endgültig durchgesetzt hatte, ging das Konzert los. Der Tui, der sehr verschiedenartige Laute machen kann, ja sogar fast immitieren kann. Der Fantail, der einen einfach nach Lust und Laune verfolgt und vollquaselt - ein sehr gesprächiger Vogel. Der Kakariki, auch bekannt als "Red-crowned Parakeet, der in etwa wie ein Auto mit kaputtem Anlasser klingt. Wenn man genau hinhörte konnte man zig verschiedene Laute hören. Während der Führung erfuhren wir, dass es von einigen Vogelarten, wie zum Beispiel der Takahe, nur noch so wenige Exemplare gab, dass nun Inzucht ein ernstzunehmendes Problem ist. Missgeburten oder ungeschlüpfte Eier sind keine Seltenheit. Im Falle des Takahe existieren auf der Südinsel noch ein paar wenige Exemplare. Von Zeit zu Zeit werden einige Vögel von Tiritiri auf die Südinsel versetzt und durch Exemplare von der Südinsel ersetzt. Dadurch wird versucht, zumindest ein bisschen "frisches Blut" und "neue" Gene auf die Insel zu bringen.

Nachdem die Führung beendet war, hatte man noch Zeit, die Insel auf eigene Faust zu erkunden. John hat uns geraten zu den dieverschiedenen Wasserstellen zu gehen, da die Vögel ab der Mittagszeit durstig sein würden. Diesen Tipp habe ich dankend angenommen und umgesetzt :-) Und in der Tat waren da viele, sehr lebendige, teils nervös umherfliegende Vögel anzutreffen. Die Zeit verging dabei wie im Fluge und gegen 15:30 Uhr war dann die Rückreise angesagt.

Am Abend ist leider packen angesagt - Morgen endet ja bereits meine Zeit in Neuseeland... Alles auspacken und flugtauglich wieder einpacken :-( Vor meinem Abflug Morgenabend, werde ich aber am Vormittag noch etwas Auckland auskundschaften.